Der Schweiz mangelt es nicht an Sprachschulen. Was der Unterricht bietet und inwieweit er hier beim Lernen der deutschen Sprache unterstützt, hängt auch von den persönlichen Zielen und Präferenzen ab. Ebenso ist das Lernmedium mittlerweile frei wählbar.
Betrachtet man die aktuellen Möglichkeiten, eine fremde Sprache zu erlernen, so existiert bereits ein äusserst grosses und breites Angebot: Von verschiedenen Lern-Apps, die man sich auf das Tablet oder Mobiltelefon laden kann, über zahlreiche Bücher, bis hin zu Sprachschulen, die Unterricht online, in Gruppen oder für Einzelpersonen anbieten – jede dieser Möglichkeiten kann ganz auf die eigenen Präferenzen und dem eigenen Lernrhythmus entsprechend angewandt werden.
Realistisch betrachtet, sind jedoch die Wenigsten so eifrig, sich Grammatik und Wortschatz anhand eines Buches oder einer App selbst anzueignen, wodurch der einfachste Weg demnach ist, sich eine passende Schule auszusuchen, deren Angebot den eigenen Vorstellungen, verbunden mit den persönlichen Zielen, entspricht. Wer auf den ersten Blick vermutet, er müsste lernen und zuhören, bis ihm der Kopf raucht, der liegt bei den aktuellen Angeboten und Möglichkeiten nicht mehr ganz richtig. Im Laufe der Jahre haben sich die Lehr- und Lernmethoden so weit entwickelt, dass man nahezu unzählige Materialien und Mittel zur Verfügung gestellt bekommt, die zum Ziel haben, den Schüler keinen «trockenen» Unterricht durchlaufen zu lassen, sondern durch möglichst abwechslungsreiche Aktivitäten diesen so spannend wie möglich zu gestalten. Denn wer mit Freude bei der Sache ist, der erinnert sich anschliessend auch lieber an Konjugationen, Deklinationen und Kasussysteme.
Was möchte man erreichen?
Eine weitere Variable, die zur Entscheidung für eine Sprachschule beitragen kann, ist das persönliche Ziel: Möchte man zum Beispiel einen Deutschkurs für ein A1 Zertifikat durchlaufen, kann dieses in Form eines abschliessenden Goethe-, oder Telc-Tests erreicht werden. Während die Goethe-Tests einer globalen Anerkennung unterliegen, sind die Fide-Tests speziell auf ausländische Einwanderer in der Schweiz zugeschnitten. Wer sich also für eine Aufenthaltsbewilligung bewerben möchte, bekommt – falls die deutsche Sprache natürlich nicht bereits beherrscht wird – die Auflage, einen entsprechenden Deutschkurs mit abschliessendem Zertifikatsnachweis zu besuchen.

Auch über eine App können heutzutage Vokabeln gebüffelt werden. Bild: nito103 / Depositphotos
Unterschiede gelten allerdings für eine Einbürgerung in der Schweiz: Wer die Schweizer Staatsangehörigkeit beantragt, hat die Möglichkeit, einen Einbürgerungskurs zu besuchen. Hier muss man die verschiedenen Richtlinien der Kantone und Gemeinden berücksichtigen, da diese sich inhaltlich und thematisch stark voneinander unterscheiden können. Wer demnach seinen Pass in Zug beantragen möchte, sollte davon absehen, seinen Einbürgerungskurs in einer Basler Sprachschule zu absolvieren. Es gibt mittlerweile mindestens eine Sprachschule in Zug, die sich einen guten Überblick in Bezug auf die kantonalen Unterschiede verschaffen hat und demnach in der Lage ist, die thematischen und kantonalen Feinheiten für einen solchen Kurs zu vermitteln.
Viel hat sich getan
Lernen soll Spass machen. Diesem Credo folgen immer mehr Lehrende und sie gestalten ihren Unterricht so, dass man sich spielerisch und interaktiv an die Besonderheiten einer neuen Sprache gewöhnt. Benötigt man beispielsweise für eine A1 Zertifizierung nach wie vor eine bestimmte grammatikalische Grundlage, verbunden mit einem entsprechenden Wortschatz und der Fähigkeit, sich in einfachen Aussage- und Fragesätzen in seiner Umwelt zu verständigen, so gibt es doch unzählige Möglichkeiten, diese dem Lernenden beizubringen. Erinnert man sich an den Sprachunterricht von vor über 20 Jahren, so denkt man vermutlich erstmal an eine strenge Lehrerin, die neben der komplizierten Grammatik altdeutsche Texte vorlesen lässt, die schon manchen Schüler überfordert haben. Was macht aber demnach eine Sprachlehrerin zu einer guten Sprachlehrerin?
Spontane Spiele und Dialoge, um das Erlernte anzuwenden
Interaktionen und Spiele helfen, sich von dem reinen Unterrichtsgedanken zu lösen. Demnach überlässt man es dem Lernenden, die Unterrichtsform zu wählen, die ihm am meisten zusagt und womit der Unterricht so an seine bevorzugte Infrastruktur angepasst wird. Keine schlechte Ausgangslage, kann man die Kamera während des Online-Unterrichtes doch auch ausschalten und sich nebenbei gemütlich in die Badewanne legen. Verben konjugieren kann man schliesslich überall. Auch das eine oder andere Haustier schleicht vielleicht zwischendurch am Bildschirm vorbei.
So hat auch die Lehrerin bei solchen unerwarteten Zwischenfällen die Möglichkeit, gleich Fragen zu stellen, die der Teilnehmer spontan beantworten muss und somit auch seinen bisher erlernten Wortschatz einbringen kann. Das Lernen erfolgt somit oftmals situationsbedingt und ohne strengen Lehrplan, mit der Lernenden im Fokus und ihren Interessen im Vordergrund.
Natürlich sind grammatikalische Grundlagen Bestandteil, jedoch unterscheidet man hier definitiv, wie und wann diese vermittelt werden. Deklinieren kann man ja nicht nur Wortgruppen, die man vorgegeben bekommt, sondern eben auch Haustiere. Schön, wenn man direkt Dinge aus dem eigenen Leben einbringt und somit interessanten Gesprächsstoff hat, ohne dabei strikten Regeln, verbunden mit einem konsequenten Lehrer, folgen zu müssen. Unterricht, der Spass macht und abwechslungsreich ist, bleibt viel schneller im Gedächtnis – und das ist ja letztendlich das Ziel!
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