Sport treiben und dabei noch etwas Gutes für die Umwelt tun – das ist Plogging. Dabei wird Joggen mit dem Aufsammeln von Müll verbunden. In den sozialen Medien sowie auf Läuferplattformen vereinigen sich umweltbewusste JoggerInnen und säubern gemeinsam Städte wie Naturgebiete.
Immer wieder bemerkt man als Spaziergänger oder Joggerin Müll in der Natur und in Innenstädten. Dabei könnte man einen Plastiksack mitnehmen und den Abfall im Vorbeigehen einsammeln. In Schweden hat dies zu einer neuen, umweltbewussten Sportart namens Plogging geführt. «Plogging» ist ein Hybrid aus zwei Wörtern – im Schwedischen steht «plocka» für «sammeln» und «jogga» für Jogging. Dabei geht es genau darum, den herumliegenden Müll beim Sporttreiben mitzunehmen.
Um bei einer Ploggingaktion mitzujoggen, muss man keine Sportskanone sein – in der Regel wird das Tempo eher gemütlich gehalten. Auch wenn man hin und wieder sprinten sollte, werden beim Sammeln regelmässig Pausen eingelegt, weswegen das Plogging kein strenges Ausdauertraining bietet. Schliesslich geht es hier vielmehr um die Reinigung der Stadt oder Natur, sowie um das Gruppenerlebnis, wenn man nicht alleine joggt. Mitzunehmen sind lediglich ein Paar Haushaltshandschuhe und Plastiksäcke für den Müll.
Vielfältige Laufstrecken in guter Gesellschaft
Die Ploggingstrecken können je nach Belieben der Sportlerinnen variieren. Beliebt sind jedoch solche, die an Sehenswürdigkeiten und belebten Orten vorbeiführen, denn wo sich viele Menschen aufhalten, bleibt auch viel Abfall liegen. Auch Strecken durch die Natur sind sinnvoll, da dann der Müll dort gesammelt wird, wo sonst eher weniger von den Behörden organisierte Aufräumaktionen stattfinden. Solange die Folgen des Litterings – des achtlosen Fallenlassens von Abfall – bekämpft werden, gilt der Spaziergang oder die Joggingrunde als Plogging. Der Trendsport gelingt aber auch anders als im Vorbeilaufen – ob auf dem Skateboard, auf dem Velo, dem Stand-up-Paddel oder gar beim Schwimmen.

Die Laufgemeinschaft «Züri rännt» veranstaltet monatliche Ploggingaktionen. Bild: Facebook Züri rännt
Wer sich einer Plogginggruppe anschliessen möchte, kann zum Beispiel bei der nächsten Aktion der Zürcher Laufgruppe und Gemeinschaft «Züri rännt» mittun. Auch geniesst der Hashtag plogging auf sozialen Plattformen weltweite Beliebtheit. Da das Phänomen in Deutschland mit Begeisterung aufgegriffen wurde, schwappt der Trend mittlerweile immer mehr auf die Schweiz über. Umso mehr lohnt es sich also, eine eigene Plogginggruppe zu starten und vielleicht über soziale Medien mehr AnhängerInnen zu finden.
Aufräumsport mit zusätzlichem Trainingsfaktor
Im Vergleich zum klassischen Joggen bringt Plogging nicht nur für die Umwelt zusätzliche Vorteile. Wenn sich die Joggerinnen und Jogger nach Abfall bücken, kommt ihre Rumpfmuskulatur zum Einsatz. Diese wird beim Laufen in der Regel kaum beansprucht. Die Muskeln des Rückens, des Bauchs, des Brustkorbs und des Beckens zu stärken, ist jedoch aus vielen Gründen wichtig. So machen diese Teile des Körpers den sogenannten Körperkern aus, der auch Kraftzentrum genannt wird.
Die Rumpfmuskulatur ermöglicht eine aufrechte Haltung, eine gute Balance und die freie Bewegung der Gliedmassen. Eine weitere zusätzliche Belastung stellt das Mittragen des Mülls dar, denn je mehr Abfall man mitnimmt, umso mehr werden die Arme mittrainiert. Das Sammeln macht je nach Fund auch besonders Spass, denn mit etwas Glück entdecken PloggerInnen zum Beispiel auch längst vergessene Taschen oder gar Wertgegenstände.