Mikroplastik und deine Gesundheit: Was du wissen musst

Wie Mikroplastik unser tägliches Leben beeinflusst und was du dagegen tun kannst

Was ist Mikroplastik und woher kommt es?

Mikroplastik bezeichnet winzige Plastikpartikel, die weniger als 5 Millimeter gross sind. Diese Partikel stellen ein zunehmendes Problem für die Umwelt dar und können auf verschiedene Weise entstehen und in unseren Alltag gelangen. Es ist wichtig, mehr über Mikroplastik zu erfahren, da es sowohl die Umwelt als auch die menschliche Gesundheit beeinflussen kann. Mikroplastik hat sich als eine unsichtbare, aber allgegenwärtige Bedrohung etabliert, die viele Bereiche unseres Lebens betrifft, von der Nahrung, die wir essen, bis hin zur Luft, die wir atmen.

Definition und Grösse von Mikroplastik

Mikroplastik umfasst verschiedene Arten von kleinen Plastikpartikeln, die in zwei Kategorien unterteilt werden: primäres und sekundäres Mikroplastik. Primäres Mikroplastik wird absichtlich hergestellt, etwa in Kosmetika, Peelings oder Reinigungsprodukten. Diese Produkte verwenden Mikroplastikpartikel als Schleifmittel, um die Haut zu peelen oder Oberflächen zu reinigen. Sekundäres Mikroplastik entsteht hingegen durch den Zerfall grösserer Plastikprodukte, wie Plastikflaschen, Tüten oder Textilien, die durch physische und chemische Prozesse in der Umwelt abgebaut werden. Dieser Prozess kann Jahrzehnte dauern und setzt dabei winzige Partikel frei, die kaum sichtbar, aber dennoch gefährlich sind.

Die Grösse der Partikel macht Mikroplastik besonders problematisch, da es leicht in die Umwelt gelangen und durch Wind, Wasser oder sogar Staub in entlegene Regionen transportiert werden kann. Diese winzigen Partikel werden oft übersehen, aber sie können in die Nahrungskette gelangen, indem sie von Tieren aufgenommen werden, und so letztlich auch uns Menschen betreffen.

Häufige Quellen von Mikroplastik in der Umwelt

Mikroplastik hat viele Quellen, die oft unbemerkt bleiben. Hier sind einige Beispiele, wo Mikroplastik entsteht und in unsere Umwelt gelangt:

  • Industrielle Prozesse: Viele Produktionsverfahren setzen Mikroplastik frei, das dann ins Abwasser gelangt und schliesslich in Flüssen und Ozeanen landet. Besonders in der Textil- und Kunststoffindustrie wird Mikroplastik bei der Produktion von synthetischen Materialien und Produkten freigesetzt.
  • Kunststoffverbrauch: Der tägliche Gebrauch von Kunststoffen, sei es in Verpackungen, Einwegartikeln oder Plastikflaschen, trägt zur Bildung von Mikroplastik bei. Die meisten dieser Gegenstände werden nicht biologisch abgebaut und zerfallen mit der Zeit in kleinere Partikel.
  • Reifenabrieb: Eine weniger bekannte, aber bedeutende Quelle für Mikroplastik ist der Abrieb von Autoreifen. Jedes Mal, wenn ein Fahrzeug fährt, lösen sich winzige Plastik- und Gummipartikel von den Reifen und gelangen in die Luft und den Boden.
  • Zerfall von Plastik: Plastikflaschen, Tüten und andere Kunststoffprodukte zerfallen im Laufe der Zeit in immer kleinere Teile, insbesondere wenn sie in der Umwelt direktem Sonnenlicht oder mechanischem Abrieb ausgesetzt sind. Dieser Prozess trägt massiv zur Verbreitung von Mikroplastik bei.

Diese Mikroplastikpartikel sind nicht nur ein Umweltproblem, sondern gelangen auch über die Nahrungskette zurück zu uns. Tiere, insbesondere Meereslebewesen, nehmen Mikroplastik auf, das sich dann in unseren Lebensmitteln wiederfinden kann. Diese ungewollte Aufnahme von Mikroplastik ist ein besorgniserregender Faktor für unsere Gesundheit und könnte langfristige gesundheitliche Folgen haben.

Beispiele für Mikroplastik im Alltag

Du fragst dich, wo Mikroplastik in deinem täglichen Leben vorkommt? Es ist erstaunlich, wie viele Alltagsgegenstände und -prozesse Mikroplastik freisetzen oder enthalten. Hier sind einige Beispiele:

  • Kosmetika: Viele Schönheitsprodukte, wie Peelings, Zahnpasta oder Make-up, enthalten Mikroplastikpartikel, die als Schleifmittel fungieren oder zur Texturverbesserung dienen. Diese Partikel gelangen durch das Abwaschen ins Abwasser und von dort in die Umwelt, da sie oft von Kläranlagen nicht herausgefiltert werden können.
  • Bekleidung: Synthetische Textilien wie Polyester, Nylon oder Acryl setzen während des Waschprozesses Mikroplastikfasern frei. Diese Fasern sind so klein, dass sie nicht in den Filtern der Waschmaschine aufgefangen werden und letztlich in das Abwasser und die Meere gelangen. Studien zeigen, dass ein grosser Teil des Mikroplastiks in den Weltmeeren von synthetischen Textilien stammt.
  • Lebensmittel: Mikroplastik wird mittlerweile in einer Vielzahl von Nahrungsmitteln gefunden, besonders in Meeresfrüchten wie Muscheln, Austern und Fisch. Auch in Salz und Trinkwasser wurden Spuren von Mikroplastik nachgewiesen. Durch die Kontaminierung der Ozeane mit Plastikabfällen nehmen Meerestiere diese Partikel auf, die sich dann in ihrem Gewebe ansammeln und letztlich auf unseren Tellern landen.
  • Verpackungen: Plastiktüten und viele Lebensmittelverpackungen setzen Mikroplastikpartikel frei, wenn sie abgebaut oder unsachgemäss entsorgt werden. Da Plastik nicht vollständig biologisch abbaubar ist, zerfällt es in immer kleinere Teile, die in die Umwelt freigesetzt werden.

Der Begriff „unsichtbarer Killer“ ist in Bezug auf Mikroplastik nicht übertrieben. Diese Partikel sind oft mit blossem Auge nicht sichtbar, aber ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit sind potenziell gravierend.

„Mikroplastik ist ein unsichtbarer Killer in unserer Umwelt.“ – Dr. Sabine Müller, Umweltforscherin

Wie gelangt Mikroplastik in unseren Körper?

Mikroplastik gelangt auf verschiedene Wege in unseren Körper. Der Hauptpfad ist die Nahrung, insbesondere Meeresfrüchte, Salz und verpackte Lebensmittel. Doch auch Trinkwasser, sowohl aus dem Hahn als auch aus Plastikflaschen, kann Mikroplastik enthalten. Darüber hinaus atmen wir winzige Mikroplastikpartikel ein, die in der Luft schweben. Besonders in städtischen Gebieten und in der Nähe von stark befahrenen Strassen ist die Belastung mit Mikroplastik in der Luft höher.

Mikroplastik kann im Körper verschiedene gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Partikel Entzündungen im Verdauungstrakt auslösen und das Immunsystem schwächen können. Langfristig könnte die Ansammlung von Mikroplastik im Körper zu schwerwiegenderen gesundheitlichen Problemen führen, wie chronischen Entzündungen, Stoffwechselstörungen und möglicherweise auch Krebs.

Risiken von Mikroplastik für die Gesundheit

Mikroplastik ist nicht nur ein Umweltthema; die gesundheitlichen Folgen sind ebenfalls von grosser Bedeutung. Es ist dokumentiert, dass Mikroplastik in den menschlichen Körper gelangen kann, was potenziell gefährliche Auswirkungen mit sich bringt. Studien zeigen, dass Mikroplastik Entzündungen verursachen und das Immunsystem schwächen kann. Langfristig können diese Effekte zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.

Mikroplastikpartikel sind oft mit Schadstoffen beladen, da sie in der Umwelt wie kleine Schwämme wirken und Chemikalien aus ihrer Umgebung aufnehmen. Diese Schadstoffe können, sobald sie in unseren Körper gelangen, freigesetzt werden und zusätzliche gesundheitliche Probleme verursachen. Zu den Schadstoffen, die oft mit Mikroplastik in Verbindung gebracht werden, gehören Weichmacher (Phthalate), Bisphenol A (BPA) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs), die alle als potenziell krebserregend gelten.

Laut der OECD könnten bis zu 32 % des weltweit produzierten Plastikmülls Mikroplastik enthalten. Ein besorgniserregendes Ergebnis ist, dass jeder Mensch bis zu 5 Gramm Mikroplastik pro Jahr konsumiert – das entspricht ungefähr dem Gewicht einer Kreditkarte. Diese Zahl ist eine grobe Schätzung, und die tatsächliche Menge kann je nach Ernährungsgewohnheiten, Wohnort und Trinkwasserquelle variieren. Es verdeutlicht jedoch, wie allgegenwärtig Mikroplastik in unserem Leben geworden ist.

Auswirkungen auf die Umwelt

Mikroplastik beeinflusst nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern hat auch verheerende Auswirkungen auf die Umwelt. Da Plastik in der Natur nicht biologisch abbaubar ist, verbleibt es jahrhundertelang in Ökosystemen, wo es Tieren und Pflanzen schadet. Tiere, die Mikroplastik aufnehmen, leiden oft an Verdauungsproblemen, da die Plastikpartikel die Aufnahme von Nährstoffen behindern und zu Hunger führen können, obwohl der Magen voll ist. Dies hat Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette, da Tiere in höheren Positionen der Nahrungskette ebenfalls betroffen sind.

Auch Pflanzen sind indirekt von der Verschmutzung durch Mikroplastik betroffen. Kunststoffpartikel im Boden können das Pflanzenwachstum behindern und die Qualität des Bodens langfristig beeinträchtigen. Dies könnte dazu führen, dass landwirtschaftliche Erträge zurückgehen und die Ernährungssicherheit gefährdet wird.

Tipps zur Vermeidung im Alltag

Wenn du besorgt über die Aufnahme von Mikroplastik bist, gibt es einige Strategien, die du in deinem Alltag umsetzen kannst. Hier sind einige Tipps, wie du Mikroplastik in deinem Leben reduzieren kannst:

  1. Produkte sorgfältig auswählen: Achte beim Einkauf auf Kosmetika und Pflegeprodukte, die keine Mikroplastikpartikel enthalten. Viele Marken bieten mittlerweile mikroplastikfreie Alternativen an, die genauso effektiv sind.
  2. Organische Materialien bevorzugen: Kaufe Kleidung und Textilien aus natürlichen Materialien wie Baumwolle, Leinen oder Wolle. Diese setzen beim Waschen keine Mikroplastikfasern frei und sind biologisch abbaubar.
  3. Recycling fördern: Reduziere die Menge an neuem Plastik, indem du recycelst und wiederverwendbare Alternativen wählst. Verwende zum Beispiel Glas- oder Edelstahlflaschen anstelle von Plastikflaschen und kaufe Produkte in wiederverwendbaren Behältern.
  4. Wassertests durchführen: Teste dein Trinkwasser auf Mikroplastik, besonders wenn du in einer Region lebst, die für Plastikverschmutzung bekannt ist. Es gibt mittlerweile spezielle Wasserfilter, die Mikroplastik herausfiltern können.
  5. Bewusst einkaufen: Vermeide Produkte mit übermässigen Kunststoffverpackungen und achte darauf, nachhaltig hergestellte Waren zu kaufen. Viele Lebensmittelgeschäfte bieten mittlerweile unverpackte Optionen an, bei denen du deine eigenen Behälter mitbringen kannst.

Durch die Umsetzung dieser Massnahmen kannst du nicht nur deine eigene Gesundheit schützen, sondern auch dazu beitragen, die Umweltverschmutzung durch Mikroplastik zu reduzieren.

Fazit

Mikroplastik ist ein weit verbreitetes Problem, das eine bedeutende Rolle in unserer Umwelt und in unserem täglichen Leben spielt. Es zeigt sich in verschiedenen Formen und hat potenziell schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt. Indem du dir der Quellen und Risiken von Mikroplastik bewusst wirst, kannst du Massnahmen ergreifen, um deine Exposition zu reduzieren und sowohl deine Gesundheit als auch die des Planeten zu schützen.