Kunst, die Dialog schafft

Ausstellung der Stiftung für Selbstbestimmtes und Begleitetes Leben

Die Jahresausstellung der Stiftung für Selbstbestimmtes und Begleitetes Leben in Luzern steht heuer unter dem Motto «Verbunden» und findet in der Galerie im Kloster und auf dem Skulpturenweg der Stiftung in Emmen-Rathausen statt. Am Samstag findet die Vernissage zur Ausstellung statt.

Die Stiftung für Selbstbestimmtes und Begleitetes Leben (SSBL) in Luzern unterstützt seit über 50 Jahren beeinträchtigte Menschen auf ihrem Lebensweg. Dazu gehört seit einigen Jahren auch die Kunst: Viele Klientinnen und Klienten der SSBL sind leidenschaftliche Kunstschaffende. Die Stiftung engagiert sich deshalb dafür, deren Kunst in Ausstellungen gemeinsam mit externen Kunstschaffenden aus der Zentralschweiz zu präsentieren.

Dieses Jahr wird die Jahresausstellung im Rahmen des Aktionstags «Kunsthoch Luzern» eröffnet. In der Galerie im Kloster Rathausen und auf dem Skulpturenweg ist einerseits Kunst von Menschen mit Beeinträchtigung, aber auch von renommierten Schweizer Künstlern wie Claude Sandoz und Christian Herter sowie von jungen Künstlerinnen wie Michaela Schmid zu sehen.

Die Werke sollen dazu einladen, einen Dialog zu schaffen. Ob gegenständlich oder abstrakt, ob Malerei, Zeichnung oder Skulptur, die Werke sollen die Besucherinnen und Besucher zum Nachdenken anregen, zum Entdecken von Zusammenhängen zwischen den Werken, zwischen Natur und Mensch und zwischen Farbe und Leere.

Abstraktes aus dem Alltag

Fast 30 Kunstschaffende präsentieren ihre Werke. Darunter sind zum Beispiel Arbeiten des SSBL-Künstlers Beat Aregger zu sehen. Sie laden zum genauen Hinsehen ein. Seine Figuren stellen zum Teil konkrete Tiere dar, zum Teil sind sie eher abstrakt. Sie scheinen in ihrem luftleeren Raum auf dem Weiss des Blattes zu schweben. Mit Filzstift und Farbe werden Formen aneinandergereiht, ausgemalt und fügen sich schliesslich zu einer Figur zusammen.

Die Zürcherin Selina Hersperger hat das Asperger-Syndrom. Ihre Arbeiten entstehen in Zusammenarbeit mit ihrer Mutter Ursula Hersperger, welche eine ausgebildete Fotografin ist. Schon früh begann die junge Frau zu zeichnen und nutzte dies als Möglichkeit, mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Die Künstlerin verarbeitet in ihren Werken verschiedene Szenen aus ihrem Alltag und ihrer Umgebung.

Die Bilder des renommierten Schweizer Malers Claude Sandoz sind geprägt von exotischen, aber auch alltäglichen Szenerien, die in Verbindung mit Mustern und einer spezifischen Farbigkeit die visuelle Dichte seiner Bildsprache ausmachen. Seine Werkreihe «Vulcano Fantastico», die er in dieser Ausstellung präsentiert, entstand nach einer Reise nach Neapel. Die Werke sind Symmetrien, die durch das Auftragen von Farbe auf eine Seite des Blattes und das Aufdrücken auf die andere Seite entstanden sind.

Ausstellungsraum

Die Ausstellung enthält unter anderem Werke von Claude Sandoz. Bild: zVg

Die Ausstellung «Verbunden» wird am Samstag, 26. August, um 14 Uhr mit einer Vernissage durch Walter Dellenbach, Vorsitzender der Geschäftsleitung der SSBL, eröffnet. Gleich darauf sowie um 16 Uhr finden jeweils Führungen durch die Kuratorin Vivienne Heinzelmann statt. Auch die Kunstschaffenden werden vor Ort sein. Eine Anmeldung für die Vernissage ist nicht nötig. Vor Ort stehen Getränke und ein Apéro für die Gäste bereit.

Zudem wird ein Shuttleservice zwischen Luzern und Rathausen angeboten. Dieser fährt um 13:30 und 15:30 Uhr vom Löwenplatz in Luzern und um 15 und 17 Uhr ab Rathausen. Die Ausstellung ist bis Ende August 2024 zu besichtigen.

Galerie im Kloster 

Network of Arts führt und kuratiert im Auftrag der Stiftung für Selbstbestimmtes und Begleitetes Leben die Galerie im Kloster und den Skulpturenweg in Rathausen. In den Ateliers arbeiten über 35 Künstlerinnen und Künstler an ihrer eigenen Ausdrucksform. Durch ihre Malereien, Zeichnungen oder Skulpturen zeigen sie, wie sie die Welt wahrnehmen. Die Kunstwerke entstehen unter der Betreuung und Begleitung des Fachpersonals. Der Erlös der Werke der SSBL-Kunstschaffenden sowie ein Teil des Erlöses der Gastkünstlerinnen und -künstler werden für die SSBL-Ateliers verwendet. Damit wird Menschen mit Beeinträchtigung ermöglicht, sich kreativ auszudrücken und künstlerisch weiterzuentwickeln.

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