Viele Waschmittel, die im Handel verfügbar sind, stecken voller Chemikalien, die alles andere als umweltfreundlich sind. Wer der Natur etwas Gutes tun will und dazu auch noch Geld sparen möchte, kann sich sein eigenes Waschpulver oder Flüssigwaschmittel mit nur wenigen Zutaten anmischen.
Aggressives Bleichmittel, schwer abbaubare Duftstoffe, Mikroplastik sowie Konservierungsmittel, die nicht nur Bakterien töten, sondern auch Mikrolebewesen in Gewässern schaden – herkömmliches Waschmittel ist oft voller künstlicher Inhaltsstoffe, die weder Mensch noch Umwelt guttun. Als nachhaltige, günstige und kreative Alternative kann man sein eigenes Waschmittel aus milden Zutaten anmischen, die keine empfindlichen Ökosysteme gefährden.
Das Kernelement jedes Waschmittels sind waschaktive Substanzen, die Tenside genannt werden. Waschmittel enthalten oft synthetische oder auf Erdöl basierende Tenside. Das wohl umweltfreundlichste und bekannteste Tensid auf der anderen Seite ist Seife. Deswegen ist die Kernseife eine der wichtigsten Zutaten in selbstgemachten Waschmitteln.
Vier Zutaten genügen
Nebst der Kernseife sind Waschsoda, Natron und Zitronensäure beliebte und wirkungsvolle Zutaten des selbstgemachten Waschpulvers. Natron und Soda machen sich in Kombination gut gegen hartnäckige Flecken, während die Zitronensäure kalkhaltiges Wasser enthärtet und weisse Wäsche strahlen lässt. Aufgrund der leicht bleichenden Wirkung der Zitronensäure ist ein Waschpulver mit dieser Zusammensetzung vor allem für helle und weisse Wäsche zu empfehlen. Für Buntwäsche oder dunkle Wäsche kann dieses Waschmittel einfach ohne Zitronensäure angemischt werden.

Wer sein Waschmittel selbst anmischt, schont die Umwelt. Bild: evgenyataman / Depositphotos
Um 500 Gramm an Waschpulver anzumischen, werden 100 Gramm Kernseife, je 150 Gramm Waschsoda und Natron sowie 100 Gramm Zitronensäure in Form von Pulver benötigt. Mit einer Reibe sollte man die Kernseife fein raspeln, bevor man alle Zutaten in einer sauberen Schüssel gut vermengt. Schon kann das fertige Waschpulver in ein Glas versorgt werden oder direkt zum Einsatz kommen. Diese Mischung sollte für etwa 15 Waschgänge ausreichen.
Für eine Waschladung braucht es lediglich zwei bis drei Esslöffel dieses Waschpulvers. Um der Wäsche einen frischen Duft zu verleihen, kann man direkt vor dem Waschen fünf bis zehn Tropfen ätherisches Öl zum bereits ins Waschmittelfach gefüllte Waschpulver beigeben. Eukalyptus-, Zitronen- oder Lavendelöl empfiehlt sich gut.
Ob Pulver oder Lösung
Um Flüssigwaschmittel anzumischen, werden ebenfalls nur wenige Utensilien benötigt: ein grosser Topf, ein Trichter, eine Reibe, ein Kochlöffel und ein Behälter für das fertige Waschmittel. Als Inhaltsstoffe braucht es für ungefähr 25 Waschgänge 20 Gramm Kernseife oder Seifenflocken, 20 Gramm Gallseife, fünf Esslöffel Waschsoda (auch als reines Soda bekannt) und 2,5 Liter Wasser. Zehn bis 15 Tropfen ätherisches Öl sorgen wiederum für einen angenehmen Duft.

Die Aleppo-Seife ist eine beliebte vegane Kernseife und eignet sich gut für die Herstellung eines selbstgemachten Waschmittels. Bild: LourdesB / Depositphotos
Als Erstes reibt man die Gall- sowie die Kernseife in feine Flocken oder man nimmt bereits fertige Seifenflocken zur Hand. Danach kocht man das Wasser in einem grossen Topf auf und rührt die Seifenflocken vorsichtig mit einem Schneebesen unter. Dabei entsteht viel Schaum, entsprechend ratsam ist es, die Seifenflocken nach und nach ins Wasser beizugeben und die Flüssigkeit köcheln zu lassen, bis sich alle Flocken aufgelöst haben. Als letzter Schritt kann das Soda beigegeben und gut unterrührt werden. Nun ist das Waschmittel fertig und muss nur noch abkühlen. Wer möchte, kann das abgekühlte Waschmittel nochmals aufkochen, damit sich die Mischung besser verbindet. Wenn das Waschmittel zum letzten Mal abgekühlt ist, kann das ätherische Öl beigegeben werden.
Pro Waschmaschinenladung kann nun 80 bis 100 ml des Flüssigwaschmittels verwendet werden, je nachdem, wie schmutzig die Wäsche ist. Das Flüssigwaschmittel eignet sich auch für das Händewaschen, ob mit kaltem oder warmem Wasser. Die Menge der hausgemachten Seife sollte je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche angepasst werden. Besonders verdreckte Wäsche sollte am besten mit Gallseife vorbearbeitet und etwa zwei Stunden lang eingeweicht werden, bevor sie in die Waschmaschine kommt.
Mit Rosskastanien waschen
Vor wenigen Jahren war es angesagt, mit sogenannten Waschnüssen zu waschen, deren Bäume (auch Seifenbäume genannt) in Asien und Südamerika wachsen. Aufgrund der weiten Transportwege ist diese Waschmittelalternative jedoch nicht allzu nachhaltig. Die einheimische Rosskastanie kann die Waschnüsse aber gut ersetzen, da sie viele Saponine enthält. Diese sind auch in vielen anderen Gemüsesorten wie Sojabohnen, Erdnüssen, Hafer und sogar Tomaten enthalten. Wie der Name schon sagt, weisen Saponine im Wasser seifenartige Eigenschaften auf und können entsprechend zum Waschen verwendet werden.

Aus Rosskastanien Waschmittel herstellen geht schnell und macht Spass. Bild: FotoHelin / Depositphotos
Für einen Waschgang werden lediglich fünf bis sieben Kastanien und 300 ml Wasser benötigt. Zuerst sollen die Kastanien geschält und in Stücke geschnitten werden. Anschliessend können die Kastanienstücke und das Wasser in ein leeres Glas gefüllt und so lange geschüttelt werden, bis sich Schaum bildet. Am besten lässt man dann das Glas über Nacht stehen, siebt die Kastanien am nächsten Tag aus und verwendet das Waschmittel innert drei Tagen. Für weisse Wäsche kann man zusätzlich zwei Esslöffel Waschsoda ins Waschmittelfach geben.
Zwar ist das Kastanien-Waschmittel nicht für die Lagerung geeignet, doch kann man einen Korb voll an Kastanien sammeln, die Nussfrüchte schälen, kleinhacken und anschliessend auf grossen Tüchern ausbreiten. Nachdem sie zwei bis drei Tage lang bei Raumtemperatur getrocknet wurden, können sie am besten in Gläsern gelagert und das ganze Jahr über verwendet werden.
Tipps und Tricks
Selbstgemachte Waschmittel können gleich wie gekaufte zum Waschen verwendet werden, doch mit einigen Kniffs kann die Wäsche besonders sauber werden. Bei hartem Wasser kann man 50 ml weissen Essig oder Apfelessig statt Weichspüler in das Waschmittelfach geben. So enthält dieser künstliche Duftstoffe, welche die Umwelt belasten und Kontaktallergien auslösen können. Essig eignet sich gut als Ersatz, da er Gerüche neutralisiert, für weiches Wasser sorgt und somit auch Textilien weicher macht.
Genau wie bei gekauftem Waschpulver können sich in der Waschmaschine Ablagerungen von selbstgemachten Waschmitteln bilden. Um das zu vermeiden oder diese zu beseitigen, kann man die Waschmaschine etwa alle drei Monate mit Essig oder Zitronensäure durchspülen. Dafür kann man 150 ml Essig oder 100 Gramm Zitronensäure in die Maschine geben und sie einen Waschgang bei mindestens 60°C leer laufen lassen.