Der Verein «Musik am Hof» lädt zum sechstägigen internationalen Orgelfestival in Luzern. Sechs Organisten aus verschiedenen Ländern werden hier ihre Orgelfähigkeiten zum Besten geben und Besucherinnen und Besucher in die Welt klassischer Musik eintauchen lassen.
Wer sich musikalisch in den sprichwörtlichen Himmel begeben will, kann dies schon bald verwirklichen: In der Luzerner Hofkirche St. Leodegar werden nämlich die Hoforgel sowie ihre Tochter, die Walpen-Orgel, durch das Spiel mehrerer internationaler Organisten erklingen. Das vom Verein «Musik am Hof» durchgeführte internationale Orgelfestival Luzern, bei welchem vom Donnerstag bis Samstag, 20. bis 22. Juli, sowie 27. bis 29. Juli um 20 Uhr der Konzertbeginn eingeläutet wird. Jeweils einen Abend lang werden die verschiedenen Künstler ihre Interpretationen verschiedener klassischer Musikstücke zum Besten geben.
Das erste Konzert am Donnerstag wird von Stéphane Mottoul angestimmt, der einer eher jungen Generation von Organisten angehört. Der 1990 geborene Belgier begann sein Studium an der Hochschule für Musik und Pädagogik von Namur. Im Laufe seines Lebens führten seine Studien ihn von Belgien über Deutschland nach Frankreich, bis er im Herbst 2021 seine Stelle als Stiftsorganist an der Luzerner Hofkirche einnahm. Heute ist er zudem in der künstlerischen Leitung des Veranstaltervereins «Musik am Hof» tätig. Er wird Stücke der klassischen Komponisten Franz Liszt, Luciano Berio und Julius Reubke spielen.

Der junge Organist Stéphane Mottoul wird die Orgel am ersten Tag des Festivals bespielen. Bild: Facebook Musik am Hof zu Sankt Leodegar – Luzern
Fortgeführt werden die Konzerte am Freitag, 21. Juli, durch den polnischen Organisten Michał Markuszewski. Er wurde 1980 geboren und studierte von 1999 bis 2004 Orgel und Klavier an der Warschauer Frédéric-Chopin-Musikakademie. Drei Jahre später beendete er sein Studium der Orgelimprovisation an der Universität der Künste in Berlin und erhielt im darauffolgenden Jahr das Konzertdiplom an der Würzburger Hochschule für Musik. Er hat für seine Künste mehrere Preise und Medaillen erhalten und wird sein Talent am Orgelfestival mit klassischen Stücken unter anderem von Liszt und Herbert Brewer sowie mit seiner Eigenkomposition «Präludium und Fuge» ans Publikum bringen.
Weiter geht’s am Samstag mit dem deutschen Organisten Hansjörg Albrecht. Er betätigt sich international nicht nur als Konzertorganist, sondern ebenfalls regelmässig als Dirigent. Er ist künstlerischer Leiter des Münchener Bach-Chores sowie des Bach-Orchesters, ständiger Gastdirigent des Carl-Phillip-Emanuel-Bach-Chores Hamburg und Gastdirigent im viertgrössten Opernhaus Italiens, dem Teatro Petruzzelli. Für das deutsche Musiklabel Oehms Classics realisiert er bis 2024 die erste Gesamteinspielung aller Sinfonien Anton Bruckners als Orgeltranskriptionen – Bruckners «Symphonie VI» wird zudem Albrechts Konzert ausfüllen.
Die Welt der klassischen Musik
Die zweite Woche einklingen lässt Thomas Trotter, eine der angesehensten britischen Musikpersönlichkeiten, mit Stücken unter anderem von Johann Sebastian Bach, Gioachino Rossini und Lionel Rogg. Er gewann im Mai 2002 den «Royal Philharmonic Society Award» als bester Instrumentalist und Organist und wurde zudem letztes Jahr seitens der «New Yorker Chapter of the American Guild of Organists» zum «International Performer of the Year» ernannt. In seiner Karriere als international gefragter Solist tritt er mit verschiedenen renommierten Dirigenten auf und spielt Konzerte unter anderem mit Orchestern wie den Wiener Philharmonikern und dem London Philharmonic Orchestra.
Wieder aus Deutschland wird Konzert fünf von Christian Barthen sein, der sich als Organist am Berner Münster, Orgeldozent an der Hochschule der Künste in Bern und als internationaler Konzertorganist betätigt. Bereits zu seiner Schulzeit wurde er als Jungstudent an der Hochschule für Musik Saar ausgebildet. Nach seinem Abitur absolvierte er Studien in Orgel, Klavier, Cembalo sowie in evangelischer Kirchenmusik und Musikpädagogik in Saarbrücken, Paris und Stuttgart. Als Solist und Dirigent hat er sich besonders mit den Werken von Johann Sebastian Bach befasst, von denen er das Stück «Concerto G-Dur BWV 592» neben Kompositionen unter anderem von Max Reger und Gaston Litaiz spielen wird.
Zu guter Letzt wird ein weiterer Brite das Orgelfestival am sechsten und finalen Konzerttag beenden: James Gough, mit Kompositionen von Max Reger, Johann Sebastian Bach, Joseph Jongen und Marcel Dupré. Er schloss im Jahre 2009 sein Masterstudium der Künste an der Royal Academy of Music ab und hat sich seither einen Namen als Solomusiker in einer Vielzahl an renommierten Konzertsälen Englands gemacht. Seit September 2021 arbeitet er als Assistenzorganist und Musikverwalter an der Kathedrale von Southwark in London.
Tickets für die verschiedenen Konzerte kosten pro Tag jeweils 25 respektive für Jugendliche und Studierende mit Ausweis 15 Franken. Zu erwerben gibt es sie im Vorverkauf per Eventfrog oder vor Ort an der Abendkasse ab 19:30 Uhr.